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Der erste Kontakt Für einen (Tierheim-) Besuch, egal wo auch immer, sollten Sie sich zunächst sehr viel Zeit mitbringen. Sehen Sie sich in Ruhe alle Tiere an und urteilen Sie bitte nicht vorschnell. Hunde sind während der Besuchszeit oft außer Rand und Band. Sie bellen, zeigen Unsicherheit, manchmal auch die Zähne. Doch dieses Verhalten legt sich meist dann, wenn man sie näher kennen lernt. Bei der Wahl eines Hundes sollte man grundsätzlich einige gemeinsame Spaziergänge unternehmen. So lernt man den Wauwi besser kennen, kann seine Gewohnheiten in einem neuen Umfeld besser einschätzen und merkt, ob man ihn auch halten kann. Der schönste Hund wird Ihnen auf Dauer keine Freude bereiten, wenn Sie ständig nur hinterher gezogen werden. Katzen sind besonders sensibel und scheuen oft den Kontakt zu fremden Menschen. Die Behauptung, dass man eine Samtpfote auf sich zukommen lassen soll, ist schlichtweg falsch. Auch ängstliche Tiere werden mit der Zeit zu echten Schmusetigern. Man benötigt nur etwas mehr Zeit und Geduld. Bedenken Sie immer, auch solche Tiere haben ein Recht auf ein neues Zuhause. Vorurteile Tierschutztiere sind keine 2. Wahl - Sie werden aus verschiedensten Gründen abgegeben und sind nicht schlechter als andere Tiere. Oft zeigen sie sich dankbarer und sozialverträglicher als Tiere aus privater Hand oder vom Züchter. Und auch bei einem erworbenen Welpen vom Züchter oder aus privater Hand hat man keine Garantie wie sich das Tier später entwickelt. Tierschutztieren geht es nicht schlecht - In guten Einrichtungen werden Tiere nicht nur medizinisch rundherum versorgt, sie haben einen geregelten Tagesablauf mit ausreichend Futter und Wasser, viel Auslauf, soziale Kontakte zu Artgenossen und "Erziehungsstunden". Oft kümmern sich sogar Paten um die Tiere, so dass noch zusätzlich ein intensiver Kontakt zu einer Bezugsperson besteht. Besonders bei Hunden ist oft festzustellen, wie sehr sie nach einer schlechten Haltung im neuen Bereich wieder "aufblühen". Welches Tier passt zu mir? Bevor man sich
oder für die Familie ein Tier anschafft, muss erst geprüft werden, welchem Tier
man gerecht werden kann. Jedes Tier hat andere Haltungs- und
Ernährungsansprüche, sowie Charaktereigenschaften. Nachtaktive Tiere, wie zum
Beispiel Hamster und Chinchillas, sind nicht unbedingt für Kinder geeignet.
Nagetiere und
Vögel werden in der Regel in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Die
handelsüblichen Käfige reichen für eine annähernd artgerechten Haltung dieser
Tiere nicht aus. Für Meerschweinchen und Kaninchen sollten unbedingt ein sicheres
Freilaufgehege im Garten für die warmen Monate vorhanden sein. Augen auf beim "Tierkauf" In der Regel wird man in einem
Tierschutzverein immer fündig.
Sollte Sie beim ersten Besuch kein Glück haben, so kann es am nächsten Tag schon
ganz anders aussehen. Der Erwerb eines Haustieres soll auch gut überlegt und
nicht spontan erfolgen. Nehmen Sie sich Zeit, besuchen Sie notfalls verschiedene
Tierheime und Sie werden sicher den passenden Zwei- oder Vierbeiner in Ihr Herz
schließen können. Das A und O - die Beratung Falls Sie sich zur Vermittlung eines Tierschutztieres entschlossen haben, sollte eine fachkundige und ausführliche Beratung seitens des Tierpflegers im Vordergrund stehen. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, man möchte etwas verschweigen oder weicht auf Ihre Fragen hin aus, dann seien Sie mit einem Vertragsabschluss zurückhaltend. Durchaus könnte man Ihnen ein Tier "untermogeln", was nicht Ihren Erwartungen entspricht und später Probleme verursacht. Oft ist es auch hilfreich den Paten des Tieres zu konsultieren, denn der hat sich evtl. langfristig und intensiv mit seinem Schützling beschäftigt. Während einer Beratung werden Ihnen viele Fragen gestellt (anders sollte es jedenfalls nicht sein!), die Sie wahrheitsgemäß und sachlich beantworten sollen. Nur so kann der Tierpfleger für Sie das passende Tier auswählen. Streicheleinheiten und Spaziergänge Eine Tiervermittlung sollte grundsätzlich nicht in 5 Minuten erfolgen. Möchten Sie sich eine Katze anschaffen, so sind Leckerlis und Streicheleinheiten und viel Geduld erforderlich. Ist Ihre Wahl auf einen Hund gefallen, dann gehen Sie erst mehrmals mit dem Tier spazieren. Bei den Spaziergängen sollten alle Familienmitglieder mit eingeschlossen werden und falls vorhanden, auch der bereits gehaltene Hund. Aber auch bei anderen Kleintieren sollte das "Beschnuppern" behutsam erfolgen. Macken, Mucken und andere Probleme Macken und Mucken eines Tieres können mit Liebe, Zeit, Geduld und unter sachkundiger Anleitung abgebaut werden. Gesundheitliche Probleme lassen sich mit einer tierärztlichen Behandlung meist in den Griff bekommen. Natürlich sollte man Sie dahingehend auch informieren. Doch nicht immer kann man einen Infekt oder ein organisches Leiden während des Tierheimaufenthalts erkennen. Bitte machen Sie daher nicht gleich den Tierpfleger für Erkrankungen verantwortlich. Je nach Aufenthaltsdauer des Tieres und der Inkubationszeit einer Krankheit können die Krankheitssymptome erst im neuen Zuhause auftreten. Dazu kommen auch noch begünstigende Faktoren, wie z.B. Stress, Nahrungsumstellung oder allgemeines Unbehagen. Katze mit Freigang oder ohne? Selbstverständlich ist der Freigang natürlich und weitaus interessanter für eine Katze als das Herumtoben in der Wohnung. Doch viele Samtpfoten bezahlen ihre Unerfahrenheit mit dem Leben, wenn der Mensch sie nicht auf die Gefahren langsam vorbereitet. Rassekatzen sind in der Regel nicht für den Freigang geeignet, da ihre natürlichen Instinkte oft durch Überzüchtung verkümmert sind. Auch ihre Zutraulichkeit gegenüber Fremden lassen sie schnell zum Opfer von Tierfängern werden. Aber auch die "normale" Hauskatze ist nicht immer in der Lage Gefahrenquellen zu erkennen, besonders dann nicht, wenn sie über viele Jahre wohlbehütet in einer Wohnung gelebt hat oder mit der Flasche aufgepäppelt wurde. Jede Katze, egal ob jung oder alt, erfahren oder nicht, sollte zunächst 8 bis 12 Wochen in der Wohnung gehalten werden. So lernt sie ihre nicht sichtbare Umgebung durch ihrem gut ausgebildeten Gehör kennen und das Vertrauen zum menschlichen "Dosenöffner" hat sich stabilisiert. Der zweite Schritt besteht in kurzen gemeinsamen Ausflügen zu einer ruhigen Tageszeit, denn Panikattacken können sehr schnell tödlich enden. Der Anlass dazu kann schon ein quietschendes Auto oder bellender Hund sein. Es ist auch sinnvoll einen Zugang zur Wohnung, einem Gartenhaus, Schuppen oder der Garage zu schaffen, z.B. durch eine Katzenklappe, für die Rückzugsmöglichkeit bei Gefahr. Die Ernährung Fragen Sie unbedingt den Tierpfleger welches Futter gegeben wurde und zu welchen Zeiten die Fütterung stattfand. Eine plötzliche Nahrungsumstellung kann zu Durchfall, Erbrechen oder sogar zu allergischen Reaktionen führen. Falls Sie ein anderes Nahrungsmittel verabreichen wollen, so muss die Umstellung langsam und behutsam erfolgen. Mischen Sie unter das herkömmliche Futtermittel nur kleine, täglich ansteigende Mengen des neuen Futters. Sollte es zu Durchfall oder Erbrechen kommen, so hilft oft Reisbrei, Quark, Joghurt, Hüttenkäse und mageres Geflügel- oder Rindfleisch. Einzug ins neue Heim Haben Sie sich für ein Tier entschieden, so sollten Sie erst einmal das künftige Domizil fertig einrichten bevor der Einzug stattfindet. Möbelrücken und andere Veränderungen verursachen nur unnötige Angst und Orientierungsschwierigkeiten. Bei jungen Tieren, die noch nicht stubenrein sind, empfiehlt sich zunächst ein Raum mit leicht zu reinigendem Boden. Das gilt auch für den Futterplatz. Setzen Sie den neuen Hausgenossen in das "Zimmer", in dem er auch die übrige Zeit verbringen wird und lassen Sie ihm die neue Umgebung selber erkunden. Bevor Sie eine Katze in den Freigang entlassen, sollte sie sich gut eingewöhnt haben und auf ihren Namen hören. Die vorherige Kastration ist unbedingt notwendig. Zu schnell kann man den Zeitpunkt der Geschlechtsreife verpasst haben und es steht einem eine "kleine Überraschung" ins Haus. Achtung - Tierhändler Achten Sie bitte auf regelmäßig erscheinende Zeitungsinserate oder Internetangebote, wie z. B. "Kaufe Welpen, auch ganze Würfe". Finden Sie kurz darauf wiederum unter der gleichen Telefonnummer oder Adresse den Verkauf dieser Tiere, wird es sich um einen Tierhändler handeln. Diese Tiere sind oft krank, verhaltensgestört oder viel zu jung der Mutter entrissen worden - unterstützen Sie bitte nicht den Handel mit Tieren. Ebenso fragwürdig sind Inserate in denen mehr als 3 Rassen von einem "Züchter" angeboten werden. Falls Sie sich bei einer Besichtigung der angebotenen Welpen nicht sicher sind, so achten Sie auf folgende Punkte:
Unser Tipp: Hinterfragen Sie vor einem Kauf bei der Stadt/Gemeinde oder der IHK (Industrie- und Handelskammer) den Gewerbeeintrag zu dieser Person. Tierschutzvereine können Ihnen auch oft Ratschläge geben. Bekannte Hundehändler im Landkreis Goslar:
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