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Krankheiten der Katzen und Hunde
Wer Tiere hält, ist mit dem Thema Krankheiten schon etwas vertraut. Dennoch gibt es immer wieder Fragen bezüglich Infekte und vorbeugende Maßnahmen. Hier nun die wichtigsten Erkrankungen mit Symptomatik. Katzen Katzenschnupfen Bei nicht geimpften freilaufenden Katzen ist der Katzenschnupfen, einer Infektion des oberen Respirationstrakt, sehr verbreitet. Oft kommen nach einer Ansteckung sekundäre Erreger hinzu, die den Krankheitsverlauf drastisch verschlimmern. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis drei Tage, manchmal auch länger. Im Anfangsstadium beobachtet man Appetitmangel, Unlust, Niesen und Fieber. Im weiteren Verlauf zeigt sich eitriger Schnupfen, starke Augenentzündung mit eitrigem Sekret, Husten und Atemnot. Je nach Schweregrad und den beteiligten Sekundärerregern kann der Katzenschnupfen durchaus zum Tode führen. Tiere, die den Infekt überstanden haben, können eine chronische Rhinitis und Sinusitis (Schnupfen, Entzündung der Nasennebenhöhlen) zurückbehalten, sogar den Virus weiterhin übertragen ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Besonders gefährdet sind Katzenwelpen, Jungtiere, schwache, bereits kranke und alte Katzen. Mit einer regelmäßigen Impfung kann man sein Tier jedoch weitgehend schützen. Katzenseuche Diese gefürchtete und sehr ansteckende Krankheit findet man häufig unter verwilderten Hauskatzen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Erkrankte Tiere verweigern das Futter, sind apathisch und magern schnell ab. Hinzu kommt starkes Erbrechen und übel riechender Durchfall. Im akuten Stadium tritt Fieber bzw. Untertemperatur ein, begleitet von blutig-wässrigen Durchfall mit erheblichen Wasserverlust des gesamten Körpers. Bei Welpen und Jungtiere verläuft die Erkrankung oft innerhalb weniger Tage tödlich. Aber auch ausgewachsene Katzen können ohne Behandlung sterben, da der Virus sehr aggressiv die Därme angreift. Um sein Tier zu schützen, sollte man es unbedingt gegen Katzenseuche impfen lassen. FIP Die schwer erkennbare und hoch infektiöse trockene oder feuchte FIP gehen oft ineinander über. Vorwiegend sind die Organe der Bauchhöhle, wie Leber (Hepatitis) und Niere (Nierenversagen), betroffen. Erkrankte Tiere zeigen vor dem akuten Ausbruch der Krankheit leichte Durchfälle, Appetitmangel, Gewichtsabnahme und reagieren mit Fieber. Es können Lähmungen, Krampfanfälle, Bewegungs- und Verhaltensstörungen auftreten. Typisch für die feuchte FIP sind große Wasseransammlungen im Bauchraum mit einhergehender Atemnot. Die Möglichkeit der Impfung besteht, jedoch kann ein 100%iger Impfschutz nicht gewährleistet werden. FIV Das als Katzenaids bekannte Virus verursacht eine Immunschwäche des Körpers ähnlich wie der HIV-Virus beim Menschen. Durch fehlende Abwehrkräfte gegenüber Viren und Bakterien entstehen chronische Erkrankungen des Lymphsystems, Magen- und Darm-Traktes, der oberen und unteren Luftwege. Des weiteren treten oft Haut- und Augenerkrankungen, Störungen des zentralen Nervensystems und Anämie auf. FIV wird überwiegend bei Katzen mittleren und höheren Alters nachgewiesen. Die Ansteckung erfolgt meist durch Bissverletzungen von bereits infizierten Tieren und kann nur durch einen Test festgestellt werden. Allerdings können Katzen mit dem Virus noch viele Jahre leben ohne klinische Symptome zu zeigen. Allgemeine Erkrankungen Diarrhö (Durchfall) Durchfall kann vielerlei Ursachen haben. Alleine schon Stress- und Angstzustände, aber auch Futtermittelunverträglichkeit, Umstellung auf eine andere Futtersorte oder verdorbene Nahrungsmittel, sowie Wurmbefall können eine Reizung des Darmtraktes verursachen. Auch Erkrankungen der Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse gehen oft mit Durchfälle einher. Bei Katzenwelpen und Jungtieren sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen, um eine bakterielle oder virale Infektion ausschließen zu können. Akuter Durchfall kann bei Welpen innerhalb 24 Stunden zum Tode führen! Erbrechen Das Erbrechen von unverdaubarer Nahrung oder Haare ist bei Katzen als normal anzusehen. Häufig erbrechen sie auch die teilweise unverdaute oder angedaute Nahrung, wenn sie zu schnell oder in großer Menge ihr Futter verschlingen. Des weiteren kann Wurmbefall der Auslöser von Brechreiz sein. Dabei werden meist Spulwürmer, die in den Magentrakt geraten sind, herausgewürgt. Um ein organisches Leiden (z.B. Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwür), Infekte und Fremdkörper ausschließen zu können, sollte man bei häufigem Erbrechen unbedingt einen Tierarzt konsultieren. Wie bei Durchfall ist es ratsam Katzenwelpen und Jungtiere sofort untersuchen zu lassen. Microsporum canis - Pilzerkrankung (Dermatophytose) Infektionen mit Microsporum canis treten häufig bei Katzen, besonders bei bereits geschwächten oder unterernährten Welpen und Jungtieren, als auch bei Hunden auf. Die klinischen Anzeichen sind kreisrunder Haarausfall, Juckreiz, schuppende Hautablösungen und Verkrustungen. Da der Pilz auch auf den Menschen übergehen kann, sollte man bei einer Infektion des Tieres den Kontakt stark einschränken und eine schnelle Behandlung einleiten. In der Behandlung kommen Waschungen und die orale Gabe von Medikamenten zum Einsatz. Allerdings heilt eine Dermatophytose häufig von selbst. Leider sind jedoch die Sporen sehr resistent und können sich über Jahre in Räumlichkeiten halten, so dass weiterhin eine Infektionsquelle für Mensch und Tier besteht. Ohrmilben Das häufige Schütteln des Kopfes mit Kratzattacken an den Ohren deutet bei Katzen und Hunden oft auf Ohrmilbenbefall hin. Bei näherer Betrachtung der Ohrmuscheln und Gehörgänge sieht man braune bis schwarze Verkrustungen, die trotz einer sorgfältigen Entfernung innerhalb kurzer Zeit wieder auftreten. Diese lästigen Parasiten sind sehr hartnäckig und müssen über einen längeren Zeitraum mit speziellen Ohrentropfen behandelt werden. Da Ohrmilben äußerst ansteckend sind, sollte man den Kontakt zu anderen Tieren vermeiden. Sarcoptes-Milben (Räude) Diese Milbenart lebt auf der Hautoberfläche und gilt als besonders ansteckend. Die Räude beginnt mit starken Juckreiz, besonders an den Ohren und verteilt sich von dort über den ganzen Körper. Es bilden sich Krusten und felllose Stellen, die sich zunehmend vergrößern. Durch das ständige Kratzen kommen Hautläsionen und -infektionen hinzu. Mit Fortschreiten des Befalls kann das Tier völlig kahl, von Krusten und Wunden übersäet sein. In der Regel wird der Befall von Sarcoptes-Milben mittels Hautgeschabsel und mikroskopischer Untersuchung nachgewiesen. Es gibt auch die Möglichkeit einer Blutuntersuchung. Stress Auch wenn es sich bei Stress um keine Krankheit handelt, so führt Stress besonders bei Katzen zur Instabilität der körpereigenen Abwehrkräfte. Somit können spontane Reaktionen, wie zum Beispiel Durchfall oder Erbrechen, stressbedingt auftreten. Aber auch Infektionskrankheiten werden begünstigt. Vielfach durchläuft das Tier unterschwellig eine Infektion, die der Körper durchaus gut abwehren könnte, wenn nicht zusätzlich ein Stressfaktor die Immunabwehr ins Schwanken bringen würde. Aus diesem Grunde sollte man auch unbedingt bei der Anschaffung einer Katze, besonders bei Katzenwelpen, darauf achten, dass vor dem Einzug ins neue Domizil ein ruhiges Umfeld geschaffen wird. Adipositas (Fettleibigkeit) Für Fettleibigkeit kann es viele Ursachen geben. Meist beruht sie jedoch auf ein Missverhältnis von tatsächlichem Energiebedarf und Energiezufuhr. Mit anderen Worten, die Tiere werden falsch ernährt bzw. haben entsprechend der hohen Energiezufuhr zu wenig Bewegung. Natürlich darf man die Möglichkeit gesundheitlicher Problematiken nicht außer betracht lassen. So könnte eine Stoffwechselerkrankung vorliegen, wie z.B. Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) oder andere organische Einschränkungen. Sollte sich also trotz angemessener Fütterung und ausreichend Bewegung sich das Tier nicht auf ein Normalgewicht einpendeln, müsste ein Tierarzt konsultiert werden. Hunde Hundestaupe Die Staupe ist eine sehr ansteckende Krankheit, die durch regelmäßige Impfungen verhindert werden kann. Da in Deutschland immer mehr Hunde ohne ausreichendem Impfschutz aus dem Ausland importiert werden, hat die Zahl der an Staupe erkrankten Tieren in den letzten Jahren wieder zugenommen. Die typischen Symptome sind Husten, Atemnot, Augen- und Nasenausfluss, Fieber, Durchfall und Erbrechen. Welpen, die bereits eine Staupeinfektion durchlaufen haben, können Schäden des Zentralen Nervensystems, sowie Veränderungen des Zahnschmelzes aufweisen. Eine Therapie der Krankheit ist je nach Schweregrad möglich, manche Tiere müssen dennoch bei starken Schädigungen des ZNS euthanasiert werden. Durch den wieder ansteigenden Infektionsdruck sollten auch ältere Hunde unbedingt jährlich geimpft werden. Leptospirose Die Übertragung von Leptospiren erfolgt über die Schleimhäute oder durch Hautverletzungen. Erkrankte Tiere zeigen Fieber, Muskelschwäche, Zittern, Erbrechen und Schmerzen im Bauchraum. Durch Infektion der Leber kann es zu einer chronischen Hepatitis kommen, die der Nieren führt ohne entsprechender Therapie oft zu akutem Nierenversagen. Eine Behandlung ist möglich, jedoch gilt auch hier die vorsorgliche jährliche Impfung gegen Leptospirose als Pflicht für jeden Hundehalter. Parvovirose Das canine Parvovirus tritt mit akutem, anhaltendem Erbrechen auf. Stunden später kommt wässriger, oft blutiger Durchfall und Fieber hinzu. Auf Grund der starken Dehydration (Wasserverlust) und des extremen Gewichtsverlusts kann der Tod schon innerhalb 72 Stunden eintreten. Die Sterblichkeit bei Welpen im Alter von unter 8 Wochen ist sehr hoch. Zudem kann es bei erkrankten Welpen oft Monate oder Jahre später durch die Schädigung des Herzens zu einem akutem Herzversagen kommen. Der Tod tritt innerhalb weniger Minuten ein! Da dieser Virus durch Kot übertragen wird und in seiner Umgebung sehr beständig ist, sollte unbedingt eine regelmäßige Impfung gegen Parvo erfolgen. Hepatitis c.c. Das canine Adenovirus-1 geht mit Fieber einher und kann innerhalb 24 Stunden nach Beginn zum Tod führen. Weiterhin ist Apathie, Erbrechen, Durchfall, blutige Schleimhäute und Schmerzen im Bauchraum zu beobachten. Die Beteiligung der Leber und Nieren zeigen veränderte Blut- und Urinwerte bei einer tierärztlichen Untersuchung. Das sehr stabile Virus kann sich bei Zimmertemperatur einige Wochen in Räumlichkeiten halten. Mit einer regelmäßigen Impfung sollte man unbedingt sein Tier schützen. Tollwut Die Tollwut ist eine durch Speichel übertragbare Krankheit des Nervensystems, die weltweit unter Säugetieren vorkommt. In der Regel gelangt das Rhabdovirus über Bisswunden in den Körper des Tieres, seltener über die Schleimhaut. Die Inkubationszeit ist sehr variabel und kann durchaus bis zu 6 Monaten dauern. Infizierte Hunde oder Katzen zeigen deutliche Veränderungen im Verhalten: Angst, Erregbarkeit, Aggression, Muskelzuckungen, Krämpfe, Schluckbeschwerden, Speicheln und Licht- und Lärmempfindlichkeit. Dagegen können sonst zurückhaltende Tiere durchaus freundlicher und zutraulicher erscheinen. Im Endstadium tritt eine gesamte Lähmung des Körpers ein, die über Koma in den Tod führt. Bei Verdacht auf Tollwut kann das Veterinäramt eine Tötung des Tieres anordnen, daher sollte man Hunde und freilaufende Katzen grundsätzlich jährlich gegen Tollwut impfen lassen. |
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